Ohne Vorsorgevollmacht kommt der Betreuer

Dr. jur. Lange informiert über neues Patientenverfügungsgesetz

Rechtsanwalt Dr. jur. Lange mit interessierten Teilnehmern
Rechtsanwalt Dr. jur. Lange mit interessierten Teilnehmern
Jede volljährige Mensch kann mittels einer Patientenverfügung regeln, wie er sterben möchte, selbstbestimmt und in Würde. Die Verfügung trete dann in Kraft, wenn der Mensch nicht mehr fähig ist, seinen Willen zu äußern.

“Ohne Vorsorgevollmacht kommt der Betreuer – ohne Patientenverfügung kein Sterben“, zu dieser Thematik hatte kürzlich der CDU Gemeindeverband Hille in das Dorfgemeinschaftshaus Oberlübbe eingeladen.
 
Vorsitzende Hanna Hartmann sagte: „Wie möchten mit diesem Thema keine Ängste schüren, aber jede/jeder von uns kann durch Unfall oder Krankheit in die Lage versetzt werden, wichtige Angelegenheiten des Lebens nicht mehr selbstverantwortlich regeln zu können. Deshalb haben wir Sie eingeladen, sich bei Zeiten von einem Fachanwalt über diese Thematik informieren zu lassen“. 
 
Dr. jur. Wolfgang Lange aus Minden informierte die Anwesenden über den rechtlichen Hintergrund. Er führte aus, dass seit dem 01. September 2009 das neue Patientenverfügungsgesetz in Kraft getreten sei. Jede volljährige Mensch könne mittels einer Patientenverfügung regeln, wie er sterben möchte, selbstbestimmt und in Würde. Die Verfügung trete dann in Kraft, wenn der Mensch nicht mehr fähig ist, seinen Willen zu äußern.
 
Die Verfügung müsse detailliert formuliert werden, damit im Ernstfall auch eindeutig entnommen werden könne, was der Patient möchte, so der Referent. Maßnahmen, die das Sterben verlängern, wie z.B. Chemotherapien bei einer unheilbaren Krebserkrankung oder das „am Leben erhalten“ nur durch apparative Behandlungsmaßnahmen, könne so ausgeschlossen werden. Bei Verlust der kognitiven Fähigkeiten (Koma/Wachkoma), kann sich der Patient lebensverlängernde Maßnahmen verbitten. Seit Frühjahr 2011 ist die neue Mindener Patientenverfügung erhältlich, die als geeignete Orientierung angesehen werden kann.
 
Ein weiteres wichtiges Thema an diesem Abend war die Vorsorgevollmacht. Dr. Lange führte aus, dass jede/jeder Volljährige darin verfügen könne, wer für seine Vermögensverwaltung und für seine Gesundheitsfürsorge verantwortlich sein soll und wer über seinen Aufenthaltsort entscheidet, wenn er dazu selber nicht mehr in der Lage sein sollte. Läge im Ernstfall keine Vorsorgevollmacht vor, werde vom Gericht ein Betreuer bestellt.
 
Weiter wies der Referent darauf hin, eine Vorsorgevollmacht mit Hilfe eines Fachmannes zu erstellen und sie im zentralen Vorsorgeregister eintragen zu lassen. Vordrucke aus dem Internet zu nutzen, sah er kritisch.   
 
Nach dem Vortrag stand Dr. Lange für Fragen zur Verfügung. Davon machten die Anwesenden regen Gebrauch und dadurch wurde deutlich, dass in diesem Bereich ein großer Informationsbedarf bestand.

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